Körperspender in der Entwicklung neuartiger Medizinprodukte und der Fortbildung junger Mediziner

In der medizinischen Forschung sowie in der Aus- und der Weiterbildung von Medizinern nimmt die Körperspende heute eine essenzielle Rolle ein. Menschen, die nach ihrem Ableben der Gesellschaft einen letzten Beitrag leisten wollen, stellen ihre Körper selbstlos zur Verfügung, um die Entwicklung sicherer Medizinprodukten und die Schulung fähiger Ärzte zu garantieren.

Auch bei Medizin im Grünen kommen Humanpräparate aus freiwilligen Spenden zum Einsatz. Im folgenden Gespräch mit unserem Geschäftsführer, Herr Dr. Ziervogel, erfahren Sie, woher der Bedarf zur Verwendung von Körperspendern kommt, wie der Abwägungsprozess zum Einsatz dieser Modelle konkret aussieht und welche ethischen und rechtlichen Rahmenbedingungen es zu beachten gilt.

Erfahren Sie mehr über die Vor- und Nachteile beim Einsatz von Körperspendern, das typische ethische Dilemma in der ärztlichen Fortbildung. Hören Sie von unseren Erfahrungen im Umgang mit Körperspendern und den Emotionen, die der Umgang bei den Beteiligten auslöst.

Körperspender und anatomische Dienstleistungen

Die Körperspende ist eine Jahrtausende alte Tradition. Bereits Galenos von Pergamon, einer der bedeutendsten Ärzte des Altertums, führte etwa 150 Jahre nach Christus anatomische Sektionen und Untersuchungen an den Körpern verstorbener Menschen wieder. Heute, fast 2000 Jahre später, trägt die Nutzung von Körperspender immer noch zum Fortschritt in der Medizin bei. Alle Beteiligten finden sichere gesetzliche Rahmenbedingungen und klare ethische Standards vor. Die anatomischen Dienstleister mit Körperspendeprogramm sorgen auf hohem Niveau für ein beste Arbeitsbedingungen.

Welche Bedingungen gibt es zur Körperspende?

Um als Körperspender in Betracht gezogen zu werden, müssen verschiedene Bedingungen erfüllt sein. Der erste Schritt ist die schriftliche Vereinbarung mit einem in der Region des Wohnortes tätigen anatomischen Institut, die der Spender zu Lebzeiten treffen muss. Sinnvoll ist es, diesen Schritt mit seinen Angehörigen zu besprechen - diese haben nach dem Ableben zwar weder das Recht auf Widerruf, noch die Möglichkeit, einen Körper ohne vorherige Abmachung eigenhändig zu spenden - sie sind aber diejenigen, die das jeweilige Institut vom Ableben der spendenden Person informieren. Weitere Bedingungen sind oft vom jeweiligen anatomischen Institut abhängig, dem man seinen Körper spenden möchte. Vielerorts wird eine Spendenvereinbarung nur mit Menschen ab oder über 50 getroffen.

Welche Ausschlusskriterien gibt es?

Auch hier gibt es, abhängig vom anatomischen Dienstleister, verschiedene Regularien. Während einige Institute ein sehr breitgefächertes Spektrum an Spendern akzeptieren, haben andere sehr spezifische Regeln, die beispielsweise stark unter- oder übergewichtige Spender ausschließen.

Nach dem Ableben werden die Körper genauestens diagnostiziert. Dies dient zum einen dem Informationsgewinn über den entsprechenden Körper, der die spätere Nutzung bestimmen kann. Zum anderen sollen so auch mögliche Krankheiten, die den Körper zur Spende untauglich machen würden, entdeckt werden.

Bundesweit werden solche Spender in der Regel nicht angenommen, die:

  • Stark infektiöse Krankheiten in sich tragen
  • pathologisch oder rechtsmedizinisch obduziert wurden
  • schwere Körperverletzungen (z.B. nach Autounfall) aufweisen

Was geschieht nach der Spende mit dem Körper?

Auch hier haben die Institute individuelle Regelungen. In der Regel wird der Körper für 1-3 Jahre für Forschungs- oder Fortbildungszwecke genutzt, bevor er bestattet wird. Dies kann auf verschiedene Weisen passieren: viele anatomische Institute organisieren eine würdevolle Trauerfeier mit anschließender Beisetzung auf einem dafür designierten Friedhof, auf Wunsch wird der Körper aber auch den Angehörigen überführt, wenn diese sich selbst um die Bestattung kümmern möchten.

Die aktive Körperspende verstehen

Deutschlandweit gibt es viele Institute, die stets nach Körperspendern suchen.

Eines davon ist das Universitätsklinikum in Halle an der Saale. Die medizinische Fakultät der Martin-Luther-Universität, genauer gesagt das Institut für Anatomie und Zellbiologie, nimmt Körperspender an und kümmert sich, wenn gewünscht, um die Bestattung in der eigens dafür hergerichteten Ehrengrabstätte. Infos zur Körperspende in Halle kann man dem Infoblatt zur letztwilligen Verfügung entnehmen.

Auch das anatomische und zellbiologische Institut der Universität Heidelberg, Deutschlands ältester Uni, hat ein Körperspende-Programm. Das prestigeträchtige Institut erfuhr in diesem Jahr eine so große Anzahl potenzieller Spender, dass sie erst ab dem 02. Januar 2021 neue Vermächtnisse abschließen.

 

Körperspender bei Medizin im Grünen

Auch in unserer Einrichtung kommen Körperspender zum Einsatz. Wir sind dabei stets auf einen ehrfürchtigen und würdevollen Umgang mit den selbstlosen Spenden bedacht. Auch wenn das Herz nicht mehr schlägt, wird jeder Spender bei uns wie ein lebendiger Patient behandelt. Die Mediziner und Forscher erhalten vor dem Kontakt mit den Körpern eine ausführliche Einweisung und Belehrung, um sie auf das Erlebnis vorzubereiten. Wir sind grenzenlos dankbar für jeden, der seinen Körper nach dem Ableben dem Fortschritt zur Verfügung stellt, und handeln mit dementsprechenden Respekt.

Auswahl und Qualifikation der Körperspender bei Medizin im Grünen

Jedes Vorhaben mit Körperspendern hat spezielle Anforderungen. Mit der Kenntnis von Alter, Gewicht, Geschlecht und Todesursache beginnt eine aufwendige Suche und Selektion. Das schließt ebenso den Ein- und Ausschluss von Vorerkrankungen und sowie medizinischer Behandlungen mit ein. Zusätzliche Diagnostik (Röntgen und Computertomographie) nach dem Tod hilft, den Körper der verstorbenen Person bestmöglich zu qualifizieren. So sorgen wir für beste Startbedingungen für die jeweiligen Vorhaben in Nutzung von Humanpräparaten.

Wenn im Rahmen einer ärztlichen Fortbildung realitätsnahe Modelle wie Humanpräparate zum Einsatz kommen, solche, die den Patienten in seinen wesentlichen Eigenschaften bestens ersetzen, dann bietet das den Teilnehmern eine einzigartige Chance, nämlich schwierige Situationen und mögliche Risiken mit erfahrenen Kollegen ausgiebig zu üben und zu besprechen, um so für den Ernstfall bestens vorbereitet zu sein.

Das neuartige, noch in Entwicklung befindliche Medizinprodukt braucht professionell simulierte Ersatzsituationen, solche in denen kein Patient zu Schaden kommen kann. Dafür haben alle Beteiligten, Patienten, Angehörige, Ärzte, Industrie und die Gesellschaft Regeln entwickelt, diese ethisch wie gesetzlich verankert, um so Patienten stets von solchen unnötigen Risiken schützen.

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