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last updated:
09.01.2011

7 Standpunkte, Personen, Unternehmen

"Arzt - ein Beruf mit Perspektive?"

... im Dezember 2008 haben wir Kunden und Geschäftspartner nach ihren Erfahrung mit den Veränderungen im deutschen Gesundheitswesen gefragt:

PD Dr. med. Parwis Fotuhi, HELIOS, Berlin

In Ärzteforen diskutieren junge Ärzte immer häufiger, welche beruflichen Perspektiven für einen jungen Mediziner nach dem Studienabschluss alternativ bestehen. Andere wollen den Arztberuf ausüben, ziehen aber eine Tätigkeit im Ausland vor. Nach wie vor wandern mehr deutsche Ärzte ins Ausland ab als neue einwandern. Der deutsche Gesundheitsmarkt muss daraus Konsequenzen ziehen, seinen jungen Ärzten mehr Wertschätzung entgegen bringen und ihnen bessere Entwicklungsperspektiven bieten.

Für den HELIOS Konzern beginnt die Wertschätzung der Nachwuchsmediziner bereits im Studium. Den ersten Eindruck von der klinischen Tätigkeit erhalten die Medizinstudenten im praktischen Jahr. Dieses wird in der Regel nicht entlohnt. Für HELIOS ist es ein Zeichen der Wertschätzung, seine PJ`ler für ihren Aufwand zu entschädigen. Doch die Aufwandsentschädigung ist für einen jungen Mediziner nicht ausschlaggebend für die Wahl einer Klinik. Denn nach dem Studium beginnt die Weiterbildungszeit. Das Primärziel ist es, die Facharztzulassung unter guten Rahmenbedingungen zu erreichen.

Neben der Vereinbarung von Lernzielen ist ein strukturiertes Fortbildungsangebot eine wichtige Grundlage für eine funktionierende Weiterbildung. HELIOS geht hier noch einen Schritt weiter und richtet das umfassende fachliche und außerfachliche Kursangebot an der ärztlichen Weiterbildungsordnung und den HELIOS Qualitätszielen aus.

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Dr. med. Ulrike Schlein, Bad Wildungen

Optimales Lernen, fachliche und persönliche Entwicklungsprozesse und Arbeitszufriedenheit haben ähnliche Grundvoraussetzungen: Nicht nur der Kopf, sondern auch Herz und Hand müssen angesprochen und erreicht worden sein! Für einen Arzt ist es wichtig, sein Fachwissen immer wieder auf den aktuellen Stand zu bringen. Für die Ausübung des Berufes ist die Entwicklung von zwischenmenschlicher Kompetenz, die Teamfähigkeit und die persönliche Kommunikation ebenso grundlegend.

Es gibt viele medizinische Fachgebiete, in denen ‚handwerkliches Tun‘ mit ausgereiftem Wissen und der Umgang mit Menschen wunderbar kombinierbar sind. Trotzdem sind viele Kollegen zur Zeit unzufrieden. Die Bedingungen im Gesundheitssystem verändern sich massiv. Dokumentationstätigkeiten fressen viel Zeit, die in der Versorgung der Patienten fehlt. Mangelnde Kooperation zwischen ärztlichen Kollegen und die interdisziplinäre Teamarbeit, die so oft keine ist, führen zu Frustration.

„Mein Chef hört mir zu. Er interessiert sich für meine Ideen und Ansichten. Er wimmelt mich nicht ab. Er ist offen für Neues. Wenn ich ihn überzeugt habe von eigenen organisatorischen Ideen, dann bekomme ich seine volle Unterstützung. Wenn nicht, begründet er seine Entscheidung kurz und nachvollziehbar. Dann ist es auch o.k."

Wenn es so geht, verkörpert der Vorgesetzte ein Modell von Führung, das ein Klima der wechselseitigen Wertschätzung und des konstruktiven Miteinanders im beruflichen Alltag möglich macht. Mitarbeiter in einer solchen Kultur sind von sich aus eher zur Leistung motiviert. Appellative Reden zur Motivationssteigerung werden überflüssig. Menschen tun ihr Möglichstes, wenn sie sicher sind, dass ihr Einsatz gewürdigt wird. Viele Strapazen des Alltags werden dadurch erträglicher.

Und dann, ja dann ... ist der Arztberuf ein Beruf mit Perspektive.

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Dr. h. c. mult. Sybill Storz, Tuttlingen

Die moderne Endoskopie hat die medizinische Diagnostik und Operationstechnik revolutioniert. Der Name KARL STORZ ist mit dieser Entwicklung engstens verbunden. Die Faszination und Leidenschaft, mit der wir als Medizintechnikhersteller der Medizin gegenübertreten, ist vor allem in der Dynamik und dem innovativen Potential dieses Bereichs begründet.

KARL STORZ nimmt seit über 60 Jahren die entscheidende Herausforderung an, immer am Puls der aktuellen, medizinischen Entwicklung zu stehen. Durch den fachlichen Dialog mit Ärzten und Forschungseinrichtungen gelingt es uns Produkte zu entwickeln, bei denen durch den Einsatz innovativer Technologien neue Potentiale offen gelegt werden. Ferner begleiten wir Ärzte in technischer Hinsicht, wenn neue endoskopische Anwendungsgebiete oder Behandlungsmethoden erarbeitet werden. Dies erfüllen wir beispielweise durch unsere Unterstützung von NOTES-Trainingskursen im Trainingzentrum in Groß Dölln, in diesem Fall für eine Anwendungsmethode, die sich aktuell noch im Aufbau befindet.

Training im Bereich der Endoskopie nimmt nicht zuletzt aufgrund der speziellen Anforderung dieser Methodik, d.h. die schwierige Hand-Auge-Koordination, Arbeiten mit Videokamera und Monitor, Verzicht auf Tastsinn, minimalisiertes, fern zu lenkendes Instrumentarium, eingeschränkte räumliche Verhältnisse sowie reziproke Bewegungsabläufe, eine herausragende Rolle in allen chirurgischen Disziplinen ein.

Als Partner von „Medizin im Grünen“ freuen wir uns über eine Kooperation, in der KARL STORZ seine Technologie in die Fortbildung einbringen und auch von der Rückmeldung aus dem Training profitieren kann. Durch die kontinuierliche Erweiterung des Kursangebots in Groß Dölln können somit auch neue Systeme, wie z.B. Telemedizinanwendungen, in Rahmen neuer Trainingsprogramme integriert werden.

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Wolfgang Dombrowski, NYCOMED, Konstanz

Die Medizin und damit auch die Chirurgie bewegt ein für sie neues Thema: Nachwuchsmangel. Trotz großem Interesse am Medizinstudium fehlen in den Kliniken die jungen Ärzte. Die jungen Mediziner suchen sich Arbeitsstellen fernab von deutschen Kliniken. Ein Beweggrund ist die schlechte Weiterbildungssituation. Das Pharmaunternehmen Nycomed Deutschland GmbH trägt bereits seit Jahren dazu bei, praxisnahe Weiterbildungskurse in Trainingszentren zu organisieren, die Begeisterung an der Chirurgie zu wecken und den Nachwuchs zu fördern.

Die Medizin bietet ein interessantes Tätigkeitsfeld. Besonders die Chirurgie ist ein anspruchsvolles und abwechslungsreiches Fachgebiet! Dennoch mangelt es in Deutschland an Nachwuchs. Nur noch 50% der Medizinstudenten bemühen sich nach Beendigung des Studiums um eine Arbeitsstelle in deutschen Kliniken, der andere Teil wandert ab in die Industrie oder geht ins Ausland. Das Fehlen junger Chirurgen und Chirurginnen ist eines der dominierenden Themen in deutschen Kliniken.

Bei den Hands-on-Kursen werden allgemein- und herzchirurgische Operationen am Tiermodell trainiert. „Die Kurse erfreuen sich großer Beliebtheit - im Jahr 2008 konnte bereits der 1000. Teilnehmer begrüßt werden“, teilte Wolfgang Dombrowski, Projektmanager Surgical Education der Nycomed Deutschland GmbH auf Nachfrage mit. Das Trainingszentrum Medizin im Grünen in Groß Dölln ist einer der insgesamt 18 Trainingsorte und bietet eine ganze Reihe an Fortbildungskursen – von Chirurgen für Chirurgen.

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Christian O. Erbe, ERBE Medizintechnik, Tübingen

In wenigen Berufsgruppen spielt die Fortbildung eine so wichtige Rolle wie in den Heilberufen, und hier speziell in den chirurgischen Fachdisziplinen. Als medizintechnisches Unternehmen erleben wir selbst diesen Wandel in unserer täglichen Arbeit. In immer kürzer werdenden Zeitabständen finden neue Technologien ihren Weg in medizintechnische Produkte und dadurch Eingang in chirurgische Behandlungsverfahren. Neue Techniken, wie NOTES, erfordern eine Neudefinition der Abgrenzung von Fachdisziplinen und generieren komplett neue Berufsbilder. Politische Direktiven von Bund und Ländern bedingen neue Strategien im Bereich der Leistungsabrechnung. Der weiter ansteigende Kostendruck erzwingt neue Prozessabläufe in Organisation sowie Therapie.

Entsprechend nutzen wir für Schulungszwecke nicht nur unsere hauseigenen Trainingsabteilung, in der wir im vergangenen Jahr nahezu 2000 Teilnehmer aus- und weitergebildet haben, sondern arbeiten auch intensiv mit externen Schulungs-
und Trainingszentren zusammen. Hier hat sich in den letzten Jahren das Trainingszentrum Groß Dölln als wichtiger Kooperationspartner in der Aus- und Weiterbildung besonders bewährt. Entsprechend ist es uns zum wichtigen und kompetenten Partner in der Fort- und Weiterbildung geworden. So freuen wir uns auch in diesem Jahr „Medizin im Grünen“ praktizieren zu dürfen, um auf diese Weise dem ständigen Wandel im Gesundheitswesen gerecht werden zu können.

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Bernd von Polheim, GE Healtcare, München

Medizinisch-technischer Fortschritt ist wichtigste Triebfeder des Wachstumsmarktes Gesundheit.

Die moderne Medizin ist eine Erfolgsgeschichte, die sich sehen lassen kann. Die Lebenserwartung nimmt derzeit ca. 2 Jahre pro Dekade zu. Erfreulicher noch: Die Zahl in guter Gesundheit verbrachter Jahre ist überdurchschnittlich stark gestiegen. Dies kommt jedem einzelnen zugute. Aber auch der wirtschaftliche Nutzen der Gesundheit liegt auf der Hand: Jeder Tag, um den der Krankenstand in Deutschland sinkt, bringt Produktionsgewinne von ca. 10 Mrd. Euro.


Dazu hat GE Healthcare, einer der weltweit größten Anbieter von medizintechnischen Lösungen, im Jahr 2008 in München ein Akademisches Trainingszentrum eröffnet. Hier können sich Ärzte und medizinisches Personal erstmalig in Deutschland in eigens dafür eingerichteten Schulungsräumen praxisnah fortbilden lassen. Ziel des Trainingsformates ist es, ungestört und konzentriert anhand eigener klinischer Fälle an den Befundungsstationen Tipps und Tricks erlernen zu können. Mit dieser Intensivschulung ergänzt GE Healthcare sein umfassendes Angebot, bestehend aus maßgeschneiderten Fortbildungen in Kliniken oder Praxen vor Ort, Doktor-zu-Doktor-Trainings, Hospitationen
und Online-Lernprogrammen.

Investitionen in Fort- und Weiterbildung sind im Gesundheitswesen gleichzeitig auch Investitionen in die Zukunft. Wir wünschen uns, dass Fachgesellschaften und medizinische Einrichtungen lebenslanges Lernen fördern und möchten mit unserem Schulungsangebot wesentlich dazu beitragen, Fachpersonal optimal im Umgang mit medizintechnischen Geräten und Verfahren zu schulen. Denn davon profitieren alle: Einrichtungen, Ärzte und besonders Patientinnen und Patienten.

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Dr. med. Gebhard von Cossel, SANA, Berlin

Die Meinungen über die Attraktivität des Arztberufes gehen weit auseinander: Auf der einen Seite gibt es noch den „Halbgott in Weiß“, der in seinem frisch gestärkten Kittel über die Station schwebt und die Patienten quasi per Handauflegen heilt. Auf der anderen Seite kennt Jeder das Bild vom schuftenden Assistenzarzt, der Samstag nachts um drei eine nichtendenwollende Menge an Patienten in der Rettungsstelle versorgt und dafür mit einem Hungerlohn für den Bereitschaftsdienst abgespeist wird. Beide Bilder sind natürlich überholt. Doch wohin geht die Reise wirklich?

Noch immer steht der Arztberuf an der Spitze der Beliebtheitsskala aller Berufe in Deutschland, der Zustrom zum Medizinstudium ist ungebrochen hoch. Arbeitslosigkeit ist unter Ärzten praktisch unbekannt, die Finanzkrise verschont die Krankenhäuser derzeit noch. Auch wenn es vielleicht nicht so aussehen mag, haben sich die Arbeitsbedingungen durchaus verbessert. Überlange Dienste gehören mehr und mehr der Vergangenheit an, auch die Bezahlung hat sich durch neue Tarifverträge spürbar positiv verändert.

Dennoch liegt weiterhin vieles im Argen. In puncto Weiterbildung und vor allem in deren Strukturierung besteht noch erheblicher Nachholbedarf. Noch viel zu oft werden Weiterbildungsinhalte im Stationsalltag nur „zufällig“ vermittelt und eine breit gefächerte Weiterbildung wird durch die zunehmende Spezialisierung der Fachabteilungen erschwert.

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