last updated:
19.01.2011


©von Johannes Berthold, 24.07.2009
Die Klischees sind bekannt: Hochgebildete Chefärzte kümmern sich vorbildlich um das Wohl der Patienten, während Assistenzärzte eine Operation nicht von einer Obduktion unterscheiden können. Campus sprach mit 2 Assistenzärzten über ihre Erfahrungen.
Auch die TV-Werbung eines bundesweit bekannten Krankenversicherers bediente sich unlängst dieser unmöglichen Klischees. Sinngetreu wird der Patient im Werbespot süffisant gefragt: „Assistent oder doch lieber zum Chefarzt?“ Parallel zur Frage werden Bilder eingeblendet, welche den völlig hilflosen und heillos überforderten Assi zeigen - Gott sei Dank schnell vom souveränen und völlige Ruhe ausstrahlenden Chefarzt beiseite geschoben, um sich „richtig“ um den Patienten kümmern zu können. Wer da noch nicht überzeugt ist, dem ist wohl gar nicht mehr zu helfen...! Oder...?
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©Universität Bonn, 24.07.2009
Bei Operationen benötigt der Chirurg eine möglichst gute Sicht. Bei vorgeburtlichen Eingriffen im Mutterleib ist diese so ohne weiteres nicht gewährleistet: Zum einen behindert das trübe Fruchtwasser den Blick auf den Fötus. Zum anderen ist es in der Gebärmutter relativ dunkel.
Mit einer neuen Methode konnten Mediziner der Universität Bonn diese Probleme nun in den Griff bekommen: Sie pumpten Kohlendioxid in die Gebärmutter und legten die ungeborenen Patienten so kurzzeitig trocken. Ihre Ergebnisse haben sie nun in der Zeitschrift Surgical Endoscopy veröffentlicht. In ihrer Studie berichten die Bonner Ärzte von 37 ungeborenen Kindern, die sie mit dieser Methode erstmals operiert haben. Lediglich einmal sei es dabei zu Komplikationen gekommen. "In fast allen Fällen hätten wir ohne Einleitung von Kohlendioxid nicht operieren können", erklärt der Fetalchirurg Professor Dr. Thomas Kohl. "Die Sicht auf das Operationsfeld war einfach zu sehr getrübt."
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© Quelle: Helmholtz Zentrum München, 24.07.2009
Wissenschaftler haben drei neue Genorte für die zentrale Fettleibigkeit gefunden. Einer der Geneffekte tritt nur bei Frauen auf. Damit ist erstmals ein genetischer Hinweis auf die typischen Unterschiede in der Bauchform von Männern und Frauen gefunden.
Auf lange Sicht könnten die Forschungsergebnisse auch dazu beitragen, die Rolle der zentralen Adipositas für chronische Krankheitsbilder wie Diabetes oder Herzerkrankungen zu verstehen und so möglicherweise auch Therapieansätze zu entwickeln.
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© Quelle: idw, 24.07.2009
Proteine, die den programmierten Zelltod von krankhaft wuchernden Zellen verhindern, spielen bei Krebserkrankungen eine wichtige Rolle. Diese Proteine können chemisch unterdrückt werden, um das Abtöten von Tumoren zu erleichtern. Dies gilt als neuer, vielversprechender Weg in der Krebstherapie.
Eine internationale Forschergruppe mit Berner Beteiligung hat nun weitere Hinweise darauf gefunden, dass dieser Weg wirksam ist. Fast jede Zelle im menschlichen Körper enthält ein "Selbstzerstörungsprogramm" und wartet sozusagen auf das Signal, das ihren Tod auslöst. Krebszellen jedoch haben einen Weg gefunden, dieses Programm auszuschalten. Normalerweise wird der programmierte Zelltod (Apoptose) durch Signale innerhalb oder ausserhalb der Zelle ausgelöst. Innerhalb etwa durch eine Schädigung der DNA durch UV- oder Röntgenstrahlung. Ausserhalb, indem externe Signale wie ein Schlüssel auf ein genau passendes Schloss, sogenannte Todesrezeptoren auf der Zelloberfläche, einwirken. Dieser Schlüssel-Schloss-Mechanismus ist für das Immunsystem äusserst wichtig, um Zellen mit bestimmten Rezeptoren gezielt abtöten zu können. ....mehr

Von Isabelle Bareither 24. Juli 2009
Chirurgisch ist es möglich, Zugang zum Inneren des Körpers durch die Vagina, den Mund oder den Darm zu bekommen. Das Verfahren dafür wird erst seit 2007 beim Menschen praktiziert. Patienten werden während der minimal-invasiven Chirurgie in die Vollnarkose geschickt, um unangenehme Auswirkungen zu vermeiden.
Hinterher soll es so sein, als wäre nichts gewesen. Ein neues Operationsverfahren verspricht Eingriffe in das Innere des Menschen durch natürliche Körperöffnungen – die Vagina, den Mund oder den Darm. Dadurch würden nicht nur Narben vermieden, sondern auch Schmerzen deutlich verringert, sagen die Befürworter. Andere dagegen warnen vor übereilten Handlungen. Die Auswirkungen der so genannten Natural Orifice Transluminal Endoscopic Surgery (Notes) seien noch nicht ausreichend erforscht....mehr

© von Lindsey Tanner 14. Juli 2009
Eine Verkleinerung des Magens ist oft die letzte Möglichkeit, ausufernden Fettmassen Einhalt zu gebieten. Die OP durch die Bauchdecke gilt aber als ist riskant – dennoch legen sich weltweit immer mehr Menschen unters Messer. In den USA werden nun erstmals Patienten ohne Skalpell operiert – durch den Mund.
Immer mehr fettleibige Menschen wissen sich gegen die überflüssigen Pfunde nicht mehr anders zu helfen als mit einer Magenverkleinerung. Doch die ist gar nicht so unkompliziert, denn bisher wurde dabei durch die Bauchdecke operiert, die OP war riskant, und es blieben Narben. Doch Eingriffe mit Skalpell könnten bald selten werden. Denn mit einem neuen Verfahren erreichen Chirurgen den Magen nun auch durch Mund und Speiseröhre. Erste Studien sind vielversprechend.....mehr

Standpunkte 2009
© Wolfgang Dombrowski, Konstanz
Die Medizin und damit auch die Chirurgie bewegt ein für sie neues Thema: Nachwuchsmangel.
Trotz großem Interesse am Medizinstudium fehlen in den Kliniken die jungen Ärzte. Die jungen Mediziner suchen sich Arbeitsstellen fernab von deutschen Kliniken. Ein Beweggrund ist die schlechte Weiterbildungssituation. Das Pharmaunternehmen Nycomed Deutschland GmbH trägt bereits seit Jahren dazu bei, praxisnahe Weiterbildungskurse in Trainingszentren zu organisieren, die Begeisterung an.
Die Medizin bietet ein interessantes Tätigkeitsfeld. Besonders die Chirurgie ist ein anspruchsvolles und abwechslungsreiches Fachgebiet! Dennoch mangelt es in Deutschland an Nachwuchs. Nur noch 50% der Medizinstudenten bemühen sich nach Beendigung des Studiums um eine Arbeitsstelle in deutschen Kliniken, der andere Teil wandert ab in die Industrie oder geht ins Ausland. Das Fehlen junger Chirurgen und Chirurginnen ist eines der dominierenden Themen in deutschen Kliniken.
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Weitere Standpunkte von Personen und Unternehmen aus der Gesundheitswirtschaft
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